Das Projekt Women's Health Team

Wir sind eine Gruppe von Hebammen und Gynäkologinnen, die sich bisher ehrenamtlich um geflüchtete Frauen und Neugeborene in verschiedenen Erstaufnahmestellen in Hamburg kümmerten.

 

 

Entstanden sind wir im August 2015 aus der AG Gesundheit der Inititative Refugees Welcome Karoviertel. Zunächst arbeiteten wir ausschließlich in der Zentralen Erstaufnahmestelle (ZEA) Messehalle. Als diese Ende September 2015 aufgelöst wurde, entschlossen wir uns, unsere Arbeit auf weitere ZEAs auszuweiten.

 

Zwischenzeitlich betreuten wir sieben Unterkünfte in der Mitte Hamburgs - aktuell sind es zwei Unterkünfte. Wir bieten dort wöchentlich für zwei bis drei Stunden eine Sprechstunde an. Bei jedem Einsatz arbeitet ein Team aus einer Hebamme und einer Gynäkologin Hand in Hand. Die Arbeit ist sehr vielfältig und umfangreich. Da wir unser Angebot gerne noch auf weitere Standorte ausweiten möchten, steigt der Bedarf an weiteren Helfern stetig.

 

NEU! Die Fahrende Praxis: Das WHT-Mobil 

 

Unser neues Projekt in Kooperation mit den Johannitern ist das WHT-Mobil - eine "fahrende Praxis". Dort soll an zwei weiteren zentralen Standorten in Hamburg eine Sprechstunden für ALLE bedürftigen Frauen angeboten werden, die bisher noch keine Möglichkeit haben, eine niedergelassene Gynäkologin oder Hebamme aufzusuchen. Der erste Standort steht bereits fest:

 

St. Georgskirche am Hauptbahnhof (Ecke Sankt Georgs Kirchhof/Koppel, 20099 Hamburg)

Jeden Donnerstag von 17:00 bis 19:00 

 

 

 

Unsere Arbeit

In den Sprechstunden betreuen wir Frauen während und nach einer Schwangerschaft, behandeln unkomplizierte gynäkologische Erkrankungen (allerdings bisher ohne großes Equipment) und führen Beratungsgespräche durch. So können einfache Probleme meistens direkt vor Ort gelöst werden und, falls notwendig, kann aber auch eine weiterführende Diagnostik und ggf. Behandlung in Praxen und/oder Klinikien in die Wege geleitet werden.

Mit niedergelassenen GynäkologInnen in der näheren Umgebung haben wir aus diesem Grund bereits begonnen ein entsprechendes Netzwerk aufzubauen.

Jede unserer Sprechstunden wird von mindestens einer Hebamme und einer Gynäkologin betreut und findet in jeder Einrichtung einmal wöchentlich statt. Wir haben einen Pool von ehrenamtlichen Übersetzerinnen für die Sprachen Arabisch, Farsi, Tigrinya, Kurdisch, Russisch und andere. Diese sind direkt vor Ort oder wenigstens zeitgleich telefonisch erreichbar.

Da wir alle in unterschiedlichster Weise berufstätig sind, ist es jeder selbst überlassen, wie viel Zeit sie in das Projekt investieren möchte. Selbst wer beispielsweise nur eine einzige Sprechstunde im Monat mitgestalten kann, stellt bereits eine große Unterstützung für unser Team dar.

 

Unsere Ziele

  1. Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge im Bereich Frauengesundheit.
  2. Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Obdachlose und Menschen ohne Papiere im Bereich Frauengesundheit.
  3. Unterstützung von Frauen durch Frauen. Gerade unter Berücksichtigung kultureller Aspekte ist es wichtig eine erste Ansprechpartnerin zu Themen wie Gesundheit, Schwangerschaft, Psyche, Gewalt, u.v.m. zu sein und bei Bedarf eine weitere Betreuung zu vermitteln.
  4. Ermöglichen eines direkten Zugangs zur Versorgung von Schwangeren und Wöchnerinnen durch Hebammen in den Erstaufnahmestellen und Ermöglichen eines direkten Zugangs zur gynäkologischen Basisversorgung.
  5. Durchführung einer Triage. Einfache Erkrankungen (z.B. Vaginalpilz) können vor Ort therapiert werden. Dies entlastet Notaufnahmen, vermeidet unnötige Krankentransporte und verringert somit massiv Kosten und Organisationsaufwand.
  6. Aufklärungsarbeit (Verhütung, Stillen, Hygiene, Ernährung).
  7. Vernetzung mit niedergelassenen Gynäkologen, Kinderärzten, Psychologen und Institutionen wie z.B. Profamilia.